Gier
Gier
Gier, Hunger, Mord
Wie eine klebrige, schwarze Wolke schiebt sich die Gier um die Welt und hinterlässt eine Schleimspur der Verwüstung - in der Biosphäre, in den Körpern der Wesen, in den Kulturen und in der Psyche der Menschen.
Der Hunger ist die schlimmste Pein, welche der Gier auf dem Fuß folgt. Wenn Jean Ziegler die Gleichung aufmacht: „Hunger = Mord“, ergibt das, auch wenn es sehr drastisch formuliert ist, durchaus Sinn. Die Mechanismen sind allen bekannt. Die Banken, die Spekulanten-(„Halunken“), die geldkranken, ego-manischen, machtberauschten Oligarchen und ihre Systeme umkreisen den Planeten wie ein tausenarmiger Kraken, und Tausende von Milliarden, ganze Staaten werden im zum Fraß hingeworfen ... die Welt in den Hunger getrieben. Jetzt haben sie die Rohstoff- und Nahrungsmittelbörsen entdeckt, und die Schrauben des Hungers werden weiter angezogen.
Auf der materiellen Ebene sind diese Prozesse nicht mehr zu stoppen, die Gier hat sich verselbständigt, ist eingedrungen in unsere ökonomischen und soziale Abläufe, wie eine Ölpest das Land befällt und in den Ozeanen unabsehbaren Schaden anrichtet – siehe „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko (schon diese Bezeichnung einer Ölplattform zeigt die bewusste Perfidie und die Perversion der Wertvorstellungen: Ich bohre ein tiefes Loch in die Tiefsee, unter bewusster Inkaufnahme gigantischer und irreparabler Zerstörung, und bemäntele mein geldgieriges, rücksichtloses Vorhaben mit einer romantisierenden Namensgebung).
Genug: Das ist nur zu ändern, wenn wir bei uns selbst beginnen, die Gier aufzulösen. Das kann nur gelingen, wenn wir ganz tief in uns selbst die Verbindung zum Ganzen aufnehmen und halten. Sie auch dann halten, wenn wir hinaustreten in die Welt und die vielfachen Reize auf uns einströmen ... dann werden wir das Maß finden, das den Raum auch für alle anderen schafft.
Sonntag, 25. September 2011

0027 | 09/2011
Acryl auf Leinwand
110 cm x 90 cm
zu verkaufen
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