Dazwischen
Dazwischen
Liebe ist der Dreh- und Angelpunkt von Macht und Ohnmacht, von Opfertum und schöpferischer Souveränität, von Knechtschaft und Meisterschaft. Die einzige Chance, dorthin zu gelangen, liegt darin, die Verantwortung für unseren Lebensweg zu übernehmen. Diese Verantwortung ist nicht weniger als die absolute Selbstverantwortung.
Der Weg der Liebe ist ein Weg auf des Messers Schneide, ein Balanceakt zwischen Selbstdisziplin und Willensstärke einerseits und Absichtslosigkeit andererseits. Gewinnen Disziplin und Willen die Oberhand, arten sie in Kontrolle aus; wird die Absichtslosigkeit überbetont, bleibt unser Platz in der Welt unbesetzt.
Liebe ist ein Wert, der durch liebende Handlungen verwirklicht wird. Liebe gedeiht nur auf dem Nährboden der Ganzheit. Beheimatet im Kraftfeld von Wahrheit und Wirklichkeit, ist sie das größte Paradoxon, das es gibt: Sie muss wachsen und sich entfalten, obgleich sie bereits in voller Blüte vorhanden ist. Sie will kultiviert werden, obschon sie die Grundlage alles Natürlichen ist.
Das Paradoxon der Liebe ist das Bindeglied von Natur und Kultur, das typisch Menschliche an sich, das Prinzip der Vereinigung, die Eine Bewegung. Sie überbrückt alle Gegensätze und doch kann sie ohne das Prinzip der Dualität nicht sein. Um sich entfalten zu können, braucht sie das Du.
Auszug aus: Christina Kessler: amo ergo sum.
Samstag, 17. Oktober 2009
0004 | 10/2009
Acryl auf Leinwand
100 x 210 cm
zu verkaufen

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